Kaffeebohnen oder Kaffeepulver?

Um die Antwort im Prinzip direkt vorweg zu nehmen: Kaffeebohnen, die erst kurz vor der Zubereitung des Kaffees frisch gemahlen werden, sind dem abgepackten Kaffeepulver vor allem beim Aroma, aber auch in vielen anderen Bereichen haushoch überlegen. Wer wirklich guten Kaffee trinken will, kommt also an der ganzen Bohne, die ganz frisch gemahlen wird, nicht vorbei. Aber warum ist das so?

Des Kaffees größter Feind ist der Sauerstoff

Was beim Kaffee das Aroma schwinden lässt und auch viele der zahlreichen wertvolle Inhaltsstoffe abbaut, ist die Oxidation. In dem Begriff steckt der chemische Name von Sauerstoff „Oxygen“, denn die Oxidation ist in der Regel eine Reaktion auf oder besser mit Sauerstoff.

Nach dem Rösten der Kaffeebohnen beginnt im Prinzip diese Reaktion und diese Oxidation, begünstigt durch Licht und Feuchtigkeit, beginnt, Aroma und Inhaltsstoffe abzubauen. Werden die gerösteten Bohnen im Werk zu Kaffeepulver gemahlen, dann vergrößert sich die Angriffsfläche für die Sauerstoff um ein Vielfaches. Die Oxidation findet viel schneller und viel stärker statt. Das Pulver wird dann zwar vakuumverpackt und in den Handel transportiert, aber der Oxidationsprozess hat bereits begonnen und wenn der Kunde zuhause dann die Vakuumpackung öffnet, geht der Prozess ungebremst weiter. Pulverkaffee verliert permanent und schnell an Aroma und büßt ebenso schnell seine vielen guten Wirkstoffe ein.

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So sehen die Kaffeebohnen aus, wenn sie direkt von der Pflanze gepflückt werden. Die eigentliche Bohne steckt als Kern in diese Kaffeebeeren. (Foto: Pixabay)

Auch bei der gerösteten Bohne findet Oxidation statt, aber eben viel langsamer und deutlich weniger intensiv. Dennoch sollten die gerösteten Bohnen innerhalb von vier bis sechs, maximal acht Wochen verbraucht werden. Sie sind also nicht ewig haltbar, aber eben doch deutlich länger, als Pulverkaffee. Der büßt nur wenige Tage nach der Öffnung der Vakuumpackung bereits einen Großteil seines nach dem Mahlen im Werk noch übrig gebliebenen Aromas ein und auch die Inhaltsstoffe verflüchtigen sich weitgehend. Daher sollte Pulverkaffee nach zehn bis 14 Tagen aufgebraucht sein.

Kaffeepulver frisch halten

Kaffeepulver bietet vor allem Bequemlichkeit, denn Du brauchst nichts, außer Wasser und eben dem Pulver und eben das, was Du zu zubereiten brauchst. Du brauchst keine Kaffeemühle und sparst Dir den Aufwand des selbst Mahlens der Kaffeebohnen. Gerade auch in den Kaffeeküchen in Büros wird es mit dem Kaffee mahlen eher schwierig werden. Wenn Du also unbedingt mit ab Werk gemahlenem Kaffeepulver arbeiten willst, solltest Du dich darum kümmern, dieses halbwegs frisch zu halten. Denn die offene Tüte einfach in den Schrank zu stellen ist eine Sünde. Dann kannst Du den Kaffee eigentlich auch gleich ins Klo schütten.

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Kauf Dir eine gute Kaffee-Frischaltedose. Am besten aus Edelstahl, denn dieses Material ist absolut geschmacksneutral, es gibt nichts an den Kaffee ab. Kunststoff, vor allem billiger, kann Weichmacher und andere seiner Inhaltsstoffe an das Kaffeepulver abgeben und das willst Du nicht. Die Dose sollte eine gute Dichtung haben und eben wirklich dicht schließen. Alternativ zum Edelstahl kannst Du auch Dosen aus Keramik nehmen, wenn diese einen dicht schließenden Deckel haben.

Schreib das Datum, an dem Du den Kaffee in die Dose geschüttet hast, auf die Dose, beispielsweise auf ein Klebeetikett, damit Du weisst, bis wann der Kaffee verbraucht werden sollte. Die oben im Bild vorgestellte Dose „Coffee Gator“ hat auf dem Deckel ein Datumsring, mit dem Du den Monat und den Tag des Monats einstellen kannst. Dann brauchst Du nicht dauernd Etiketten kleben.

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Bei der „Coffee Gator“ kannst Du den Monat und den Tag einstellen, an dem Du das Pulver in die Dose gekippt hast. Damit siehst Du, wie „alt“ der Kaffee schon ist.

Die „Coffee Gator“ hat noch einen weiteren Vorteil. Sie hat ein Ventil, über das Kohlendioxyd (CO2) entweichen kann. Da der Kaffee ja auch in der Dose zwar langsamer aber weiter oxidiert, gibt er bei diesem Prozess CO2 ab und auch das mindert das Aroma. Vor allem kurz nach der Röstung gibt Kaffee einiges ab CO2 ab. Deshalb sollten auch die Packungen, in denen Du ungemahlenen Bohnenkaffee kaufst, auch ein „Aromaventil“ haben, durch dass das CO2 abziehen kann. Und deshalb sorgt auch dieses Ventil in der Kaffeedose dafür, dass das CO2 aus der Dose von selbst entweichen kann, ohne das Du die Dose komplett öffnen musst. Ob in der Packung oder in der Dose, diese Ventile sind Einwegventile. Sie lassen das CO2 also raus, aber keine Luft und damit keinen Sauerstoff in die Packung oder Dose hinein.

Es gibt verschiedene gute Kaffeedosen zur Aufbewahrung von Pulverkaffee. Ich würde, wenn ich Pulverkaffee verwenden würde, immer einer guten Edelstahldose den Vorzug geben. Es gibt aber auch Dose aus Blech und wie schon erwähnt aus Keramik. Wenn diese dicht sind, ist es auch ok. Hier eine kleine Auswahl:

Noch eine Anmerkung. Wie Du bei den Empfehlungen oben siehst, ist auch ein Glas dabei. Glas ist ebenfalls ein gutes Material, weil es ebenfalls nichts an das Kaffeepulver abgibt. Wenn Du ein Glas zur Aufbewahrung verwenden willst, dann sollte das auf jeden Fall in einem dunklen Schrank stehen, denn auch Licht setzt dem Kaffeepulver zu. Das Glas also nicht dekorativ offen in die Küche stellen, sondern eben ins Dunkle. Es gibt natürlich auch Kunststoffdosen, von denen ich aber abrate. Wenn es unbedingt eine Kunststoffdose sein soll, dann achte darauf, dass diese „BPA-frei“ ist! BPA steht für Bisphenol A, einem Stoff in Kunststoffprodukten, der unserer Gesundheit abträglich ist, denn: „Endokrinologische Fachgesellschaften und die WHO kategorisieren BPA als endokrinen Disruptor, also einen Stoff mit hormonähnlicher Wirkung, und sehen es als erwiesen an, dass BPA beim Menschen bereits in kleinsten Mengen zur Entstehung von Krankheiten wie Diabetes mellitusFettleibigkeit, Störungen der Schilddrüsenfunktion, Entwicklungsstörungen (insbesondere bei Kindern) und Unfruchtbarkeit beiträgt.“ Quelle: Wikipedia: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bisphenol_A

Kaffeebohnen aufbewahren

Und wie bewahrt man Kaffeebohnen am besten auf. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Genau so. Auch die Bohnen kannst Du in den empfohlenen Kaffeedosen aufbewahren. Kaufe dann aber entsprechend große Dosen, denn ein Pfund Kaffee in ganzen Bohnen hat ein größeres Packvolumen, als ein Pfund gemahlener Kaffee.

Soll man Kaffee im Kühlschrank aufbewahren?

Definitiv nein. Ein kühler Ort wird zwar empfohlen, aber da reicht eigentlich ein dunkler Vorratsschrank. Der Kühlschrank hat zwei Probleme.
1. Die kalte Luft im Kühlschrank ist auch immer feucht und Kaffee nimmt Feuchtigkeit auf. Dadurch kann er modern und schimmeln. Pulverkaffee kann auch klumpig werden.
2. Kaffee nimmt vor allem als gemahlener Pulverkaffee schnell Fremdaromen auf. Und wenn der Kaffee nach Zwiebeln, Käse oder Fisch schmeckt, dann ist er definitiv kein Genuss mehr.

Nur wenn du Kaffeebohnen über eine lange Zeit nicht verbrauchen, sondern aufbewahren willst oder musst – Du fährst drei Wochen in Urlaub – kannst Du sie in die Gefriertruhe packen. Das Gefrieren stoppt die Oxidation und auch die Aromen und Kaffeeöle werden im gefrorenen Zustand konserviert. Schweiße den Kaffee am besten in luftdichte Gefrierbeutel ein und zwar in kleineren Portionen. Du kannst auch Tupperdosen oder entsprechende Glasdosen nehmen. Wenn Du den Kaffee dann zubereiten willst, solltest Du so eine Portion 24 Stunden vorher aus der Tiefkühltruhe holen und langsam bei Zimmertemperatur im geschlossenen Behälter auftauen lassen. Einmal aufgetaute Bohnen dann nicht mehr wieder einfrieren!

Das mir dem Einfrieren der Kaffeebohnen sollte aber die Ausnahme bleiben, wenn Du beispielsweise zu viel Kaffee übrig hast und wie erwähnt beispielsweise in den Urlaub fährst. Es ist deutlich besser, wenn Du deinen Einkauf von Kaffee so ausrichtest, dass Du diesen zügig verbrauchst.

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