Entzieht Kaffee Deinem Körper Wasser?

Immer wieder ist zu hören, dass Kaffee dem Körper Wasser entzieht. Das man Kaffee deshalb nicht zur Trink- bzw. Wasserbilanz des Tages hinzurechnen darf. Und das man zu jeder Tasse Kaffee ein Glas Wasser trinken soll. Stimmt das?

Nein. Kaffee entzieht Deinem Körper kein Wasser und Du darfst Kaffee auch zu Deiner täglichen Trinkbilanz oder als Wasserzufuhr dazu rechnen. Kaffee wird mit Wasser zubereitet. Deshalb darfst Du Kaffee wie auch andere Getränke, nehmen wir Tee, Saft oder das abendliche Bierchen in Deine Bilanz für die Wasserzufuhr einrechnen. Kaffee, also das Koffein um genau zu sein, hat ein gewissen harntreibende Wirkung. Wer viel Kaffee trinkt, muss auf Deutsch gesagt öfter pinkeln. Dass allerdings nur, wenn man mit dem Kaffeetrinken anfängt, oder plötzlich deutlich mehr Kaffee trinkt als bisher. Der Körper stellt sich nämlich bald darauf ein und reguliert das ganze wieder und bringt seine Flüssigkeitsregulation schnell wieder ins Gleichgewicht. In der Regel ist das binnen 24 bis 48 Stunden erledigt. Sprich, die harntreibende Wirkung ist selten von Dauer.

Viel Koffein kann bestimmte Salze ausschwemmen

Wer sehr viel Kaffee trinkt, also jenseits der fünf Tassen am Tag, nimmt damit auch viel Koffein zu sich. Diese hohe Koffeinkonzentration kann dazu führen, dass der Körper vermehrt verschiedene Salze ausscheidet. In erster Linie Natrium. Doch auch das gleicht der Körper bald wieder aus, indem er sich aus der Nahrung entsprechend mehr Salze holt. Dazu solltest Du dich natürlich gesund und ausgewogen ernähren. Wenn Dich dieses Thema interessiert, schau doch mal in meinem anderen Blog „Machs gut Dicker – für Männer, die schlank, fit, stark und gesund werden wollen“ vorbei. Dort geht es vor allem um gute und gesunde Ernährung. Um den Körper mit Salzen und Mineralien zu versorgen, ist auch Wasser eine gute Quelle.

Koffein treibt den Kreislauf an

Beim Kaffee ist es, wie mit vielen anderen Dingen: Wenn man etwas stark übertreibt und exzessiv tut, dann kann es auch schaden. Da das Koffein den Kreislauf und das Herz anregt und antreibt, kann ein übermässiger Kaffeekonsum – wir reden hier schon eher vom exzessiven Gebrauch – hier nachteilig sein. Wer nachmittags und abends viel Kaffee trinkt, schläft abends und nachts schlechter ein und durch, weil das Koffein eben tendenziell ein Wachmacher ist. Wer viel bis zuviel Kaffee trinkt, dem rennt sozusagen die Pumpe. Aber auch hier tritt oft ein Gewöhnungseffekt ein, sodass man mehr Kaffee trinken muss, um den gleichen „Hallo-Wach-Effekt“ zu erreichen, wie vorher.

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Kaffee sollte also nicht gegen den Durst getrunken werden. Dafür ist Wasser deutlich besser. Aber es ist vollkommen harmlos, über den Tag verteilt vier bis fünf Tassen Kaffee zu trinken.

Woher kommt das Gerücht mit dem Wasserentzug durch Kaffee?

Dieser Irrglaube hat seinen Ursprung angeblich in der fehlerhaften Interpretation einer wissenschaftlichen Studie zum Thema Flüssigkeitsversorgung. In dieser Studie wurde quasi nur reines Wasser auf die tägliche Wasserzufuhr angerechnet. In der Studie hatte eine Reihe von Probanden seit fünf Tagen auf dem Konsum von Kaffee verzichtet. An dem eigentlichen „Mess-Tag“ mussten die Probanden, es waren nur zwölf an der Zahl, dann sechs Tassen Kaffee trinken. Die Forscher stellten dann eine Zunahme der Urinmenge und eine Abnahme des Körpergerichts um durchschnittlich 0,7 Kilo fest. Auch wurde vermehr Natrium ausgeschieden. Daraus schlossen die Forscher, dass Kaffee dem Körper Wasser entzieht. Es wurde also davon ausgegangen, dass zwischen dem Kaffeekonsum und der Abnahme des Körpergewichts in der Form ein Zusammenhang besteht, dass die Gesamtwasserversorgung durch den Kaffee schlechter wird. Schließlich mussten die Probanden ja öfter pinkeln.

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Die Studie war mit nur zwölf Probanden aber alles andere als valide durchgeführt. Und es gibt etliche Studien, die zeigen, dass der Körper bei regelmäßigem Kaffeekonsum entsprechende Regulationen vornimmt und den Wasserhaushalt anpasst. Wer also regelmäßig eine ein etwa gleichbleibende Menge Kaffee trinkt, verliert dadurch weder Wasser noch Salze, da der Körper das entsprechend ausgleicht. Wird der Kaffeekonsum deutlich verändert, also beendet oder gesteigert, passt der Körper sich auch daran in kurzer Zeit an. Ein exzessiver Kaffeekonsum ist durch das Koffein eher bedenklich für den Kreislauf und kaum für die gesamte Wasserzufuhr.

Gefährlich wird es höchstens dann, wenn Du ausschließlich Kaffee und sonst nichts anderes trinkst. Vier bis sechs Tassen Kaffee am Tag – gehen wir von 100 Millilitern Flüssigkeitsmenge aus – würden einer Flüssigkeitsmenge von maximal 600 Millilitern entsprechen. Das bedeutet, Du trinkst insgesamt zu wenig und Dein Wasserhaushalt gerät deshalb ins Defizit. Also nicht wegen dem Kaffee, sondern wegen dem fehlenden Gesamtvolumen an Flüssigkeit.

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