Macht Kaffee süchtig?

Das „Kaffeelied“ von Karl Gottlieb Henning warnt mit „Trink nicht zuviel Caffee“ und dem weiteren Text vor den angeblichen Folgen des Kaffeekonsums. Macht Kaffee süchtig? Frage kommt immer wieder auf: Macht Kaffee wirklich süchtig? Nun es gibt ein paar wenige Fakten, die das andeuten, aber deutlich mehr Fakten, die das verneinen.

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Typisch für eine Sucht ist neben der starken Abhängigkeit auch, dass man immer mehr und damit immer höhere Dosierungen, der Droge benötigt, um die gewünschte Wirkung zu bekommen. Das ist bei Kaffee ähnlich, aber nur ein kleines bisschen und nicht „nach oben offen“, wie bei Drogen. Wer viel Kaffee trinkt, bei dem gewöhnt sich der Körper daran, so dass er irgendwann mehr Kaffee braucht, um den „Hallo-Wach-Effekt“ zu bekommen. Im Gegensatz zu Drogen ist das aber keine „Endlosschleife“ bei der man immer mehr und mehr der Droge brauch, um noch irgend eine Wirkung zu spüren. Die allermeisten Menschen kommen bestens mit einer „normalen Dosis“ von zwei bis vier Tassen am Tag klar und viele trinken den Kaffee vor allem aus Genussgründen und nicht, „um ums Verrecken wach zu werden“.

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Im Hirn ist dann „besetzt“

Wie funktioniert dieser wachmachende Effekt überhaupt? Nun, das Koffein konkurriert im Gehirn mit dem Stoff Adenosin, das uns müde macht. Das Koffein dockt im Gehirn an die gleichen Rezeptoren an, an die auch das Adenosin andocken will. Die Rezeptoren sind dank des Koffeins quasi „besetzt“ und das Adenosin kann nicht mehr andocken und uns ins Schlummerland schicken. Und genau daran passt sich der Körper bald an, so dass die Koffeindosis erhöht werden muss, um die eben beschriebene Wirkung zu erzielen. Und auch das geht nicht endlos, ohne dass der hohe Kaffeekonsum uns irgendwann gesundheitlich Probleme bereitet. Aber dafür müsste man den Wachmacher schon literweise trinken. Außerdem ist auch irgendwann ein Level erreicht, bei dem die Steigerung der Dosis nicht mehr bringt.

Hat Kaffee Nebenwirkungen?

Bei normalem Kaffeekonsum nein. Wer Kaffee aber regelmäßig exzessiv trinkt, beispielsweise um Nachtschichten auf der Arbeit zu überstehen, riskiert gesundheitliche Auswirkungen wie erhöhten Blutdruck. Wer seinen Kreislauf also ständig gegen die Müdigkeit und gegen einen natürlichen Schlafrhythmus „hoch pumpt“, kann davon langfristig krank werden.

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Wenn Du mal etwas mehr Kaffee als üblich trinkst, dürftest Du möglicherweise Nebenwirkungen spüren. Dein Puls dürfte dann recht zügig schlagen, weil der Herzschlag vom Koffein erhöht wird. Dir wird vermutlich auch warm und Du schwitzt vielleicht etwas. Das liegt daran, dass der Kaffee Deinen Kreislauf auf Touren bringt. Und wenn Du tagsüber zu viel Kaffee trinkst oder ihn am späten Nachmittag oder gar ab Abend genießt, dürfte Dir das Ein- und Durchschlafen schwerer fallen.

Gibt es bei Kaffee Entzugserscheinungen

Auch das ist etwas, was für eine Sucht typisch ist. Sobald man den süchtig machenden Stoff absetzt, reagiert der Körper entsprechend darauf. Bei Drogen sind die Entzugserscheinungen meist ziemlich übel und dauern auch oft eine ganze Weile an. Und wie ist das beim Kaffee beziehungsweise beim Kaffeeentzug?

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Du könntest eventuell leichte Entzugserscheinungen bekommen, die sich in der Regel in Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlappheit äußern. Die sind aber selten so stark, dass sie „unerträglich“ sind. Und vor allem ist das nach ein bis zwei Tagen vorbei. Der Körper entwöhnt sich sehr schnell vom Koffein und die Adenosin-Regulation ist schnell wieder im Gleichgewicht. Diese Entzugserscheinungen sind also nicht mit einer echten Drogensucht zu vergleichen.

Fazit:

Kaffee macht nicht süchtig. Zum einen fehlt die „undendlich höher nötige Dosierung“ einer Droge und zum anderen ist der Entzug im Prinzip harmlos und in kürzester Zeit vorbei, wenn man überhaupt von Entzug reden kann. Es gilt allerdings nur das, was immer gilt: „Die Dosis macht das Gift“. Wer also tatsächlich Liter um Liter und Kanne um Kanne trinkt, der hat dann doch durchaus ein Problem. Und das Problem dürfte weniger im Kaffee begründet sein, als im Lebenswandel. Wer Schlafmangel mit Koffein ausgleicht, macht etwas falsch!

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