Berserker Kaffee

Der Berserker Kaffee – eigentlich Berserker Coffee – ist keine Kaffeesorte sondern viel mehr eine Marke, die derzeit von sich reden macht. Das tut sie vor allem, indem sie verspricht, den „stärksten Kaffee der Welt“ anzubieten. Der Kaffee soll die „durchschlagende Stärke“ von 237 Milligramm Koffein auf 100 Milliliter Getränk bieten. Entsprechend wird mit diesem Fakt geworben, wie mit Aussagen wie „Maximaler Energiekick durch 237mg Koffein auf 100 ml Kaffee“.

Adressiert wird die Werbung, wie der Markenname vermuten lässt, an eine eher männliche Zielgruppe. Die Aufmachung der Internetseite https://www.berserker-coffee.com/ ist entsprechend martialisch. Auf der Startseite sieht man eben eine Horde Berserker auf die Kamera zustürmen. Sprüche wie „Für die Krieger des Alltags“ oder „mit laborbestätigten 237 mg Koffein auf 100 ml Kaffee, lässt dich Berserker Coffee angreifen, wo andere bereits aufgeben“ auf der Webseite, greifen dieses Thema der Stärke und Kraft – eben das Berserker-mäßige – immer wieder auf. Und auch wenn man die Kommentare von Kunden auf der Seite liest, wird die Markenbotschaft klar. Hier so ein Kommentar: „Ich habe schon viel herumprobiert und jetzt endlich einen Kaffee gefunden der nicht nur wahnsinnig gut schmeckt, sondern auch in der Lage ist mich hart durch den Tag zu prügeln 🙂 vielen Dank dafür!“ Eine Dose handelsüblicher Energiedrink hat zwischen 30 und 40 Milligramm Koffein auf 100 Milliliter Getränk. Der Berserker Kaffee hat also tatsächlich schon ordentlich Bumms.

Der Kaffee besteht zu 100 Prozent aus handverlesenen Bohnen der Sorte Robusta. Der Anbieter bezieht diese direkt von den Bauern, arbeitet also besser als die regulären Fair Trade-Prinzipien. Kunden können den Berserker Kaffee in ganzen Bohnen und Packunsgrößen von 500 Gramm, einem und zwei Kilo kaufen. Der Preis für eine 500 Gramm-Packung ist mit 23,90 Euro (im Abo 21,51 Euro) … sagen wir mal so, auch preislich ein Berserker. Zudem kommen noch 3,90 Euro Versandkosten dazu. Der Kaffee wird, soweit ich das bisher festgestellt habe, ausschließlich auf deren Webseite verkauft.

Der Geschmack

Die Anbieter versprechen, ein „kräftiges, niemals bitteres Aroma von feinherber Schokolade mit dezenten nussigen Noten.“ Dieses Versprechen können sie halten, der Berserker Kaffee schmeckt in der Tat sehr kräftig und nach dunkler Schokolade. Auch die nussigen Noten sind zu erahnen.

Es gibt übrigens auch andere Anbieter, die behaupten, den stärksten Kaffee der Welt zu bieten. Da gibt es „Dead or Alive Coffee“, „Lucifers Roast“, „Strong Coffee to wake the Dead“ oder „Valhalla Java Whole Bean Coffee by Death Wish Coffee Company“ um nur vier von mehreren zu nennen. Alle diese Anbieter machen mit teilweise skurrilen Namen auf die Stärke ihres Kaffees aufmerksam. Das bringt mich zu folgender Frage:

Braucht man so eine Koffeinbombe?

Stellt sich die Frage, ob man diese Koffeinbombe braucht? Mag sein, dass da auch so ein bisschen „Wer hat den Größten….“ mit dabei ist. Sowas wie diese völlig Sinn-freien Wettbewerbe wie „wer kann die schärfste Chili essen“.

Ich brauche diese Überdosis Koffein nicht, um in den Tag zu starten, wobei Kaffee bei mir auch ein Genussfaktor ist und weniger ein „Ich-brauche-ganz-viel-Koffein-sonst-komm-ich-nicht-aus-dem-Quark“. Deshalb wird es bei mir bei dem Test bleiben. Denn das schokoladig-nussige Aroma bekommt man auch bei vielen anderen guten Kaffees, die man nicht so teuer bezahlen muss.

Bei meinem „Stammröster“, der Mainzer Kaffeemanufaktur bekomme ich beispielsweise den „Bio Tukan Peru“, der diese schokoladig-nussige Aromatik ebenfalls sehr schön entfaltet und die 500 Gramm ganze Bohnen kosten dort 12 Euro. Der Kaffee ist Bioware und durch das „Farmer-Roaster-Partnership“ besser als Fair Trade, denn die Rösterei kauft direkt beim Bauern ohne Zwischenhandel. Für mich ist ein weiterer Vorteil, dass die Mainzer Kaffeemanufaktur kaum 20 Kilometer von mir weg ist und ich deren Kaffee mittlerweile auch bei mit im lokalen REWE-Markt bekomme.

Ich mahle die Bohnen frisch mit meiner Handkaffeemühle von Groenenberg und brühe Ihn dann mit einer Filterkanne mit Permanentfilter auf. Auch eine French Press von Bodum kommt ab und zu mal zum Einsatz. Beim Grillen benutze ich gerne meine Percolator Kanne (siehe Bild), die man einfach ins Feuer beziehungsweise die Restglut des Grills stellen kann.

Berserker Kaffee 1Berserker Kaffee 2

Ein Kommentar Gib deinen ab

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.