Kaffee als Schmerzmittel

Das Koffein im Kaffee macht wach, indem es im Gehirn mit dem Adenosin konkurriert. Adenosin macht uns müde. Dockt Koffein statt Adenosin an den entsprechenden Rezeptoren an, bleiben wir wach. Nicht ewig aber eben länger. Koffein bringt mit dem Herzschlag auch den Kreislauf auf touren und sorgt dafür, dass wir uns besser konzentrieren können. Kaffee hat noch viele gute Eigenschaften und mit einer, die bisher eher eine Mutmaßung und noch nicht bewiesen ist, wollen wir uns hier beschäftigen. Kann Kaffee auch gegen Schmerzen helfen?

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Die Studienlage dazu sieht bisher noch eher dürftig aus. Ich habe nur zwei Studien gefunden. Die erste stammt aus dem Jahr 2012 und sie wurde am Universitätskrankenhaus im englischen Oxford durchgeführt.

Studie zu Kaffee und Schmerz in England

Dort stellte man fest, dass Koffein die Wirkung von Schmerzmitteln unterstützen oder verstärken kann. Im Rahmen der Studie wurde Probanden neben einem Schmerzmittel wie beispielsweise Paracetamol auch 100 Milligramm Koffein gegeben. Das entspricht einer regulären Tasse Kaffee. Die Probanden, die das Schmerzmittel zusammen mit dem Koffein bekamen, zeigten eine deutlich bessere Schmerzlindeung als die Kontrollgruppe, die kein Koffein bekam. Einschränkend muss erwähnt werden, dass Patienten mit Kopfschmerzen oder nach einer Zahnbehandlung keinen signifikanten Effekt der zusätzlichen Koffeingabe zeigten. Es waren unter zehn Prozent. Genauso sah es bei Frauen bei und nach der Geburt aus. Noch schlechter fiel der Test bei Frauen mit Menstruationsschmerzen aus, denn hier ließ sich gar keine Wirkung des Koffeins in Verbindung mit Schmerzmitteln nachweisen. 

Studie zu Kaffee und Schmerz in den USA

Die zweite Studie wurde in den USA durch Forscher der Unversity of Alabama durchgeführt und im Fachmagazin „Psychopharmacology“ veröffentlicht. Dazu wurden 62 Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 80 Jahren untersucht. Beobachtet wurde deren Koffeinkonsum und zwar nicht nur bezüglich Kaffee sondern diverser koffeinhaltiger Getränke und Lebensmittel, was auch Schokolade einschließt. Aus dieser Beobachtung wurde der Durchschnittskonsum von Koffein ausgerechnet und auf Kaffeetassen umgerechnet. Die Probenden nahmen demnach im Schnitt circa zwei Tassen Kaffee am Tag zu sich. 

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Die Beobachtung des täglichen Koffeinkonsums dauerte sieben Tage. Am letzten Tag wurden die Probanden einem Schmerzreaktionstest unterzogen. Die Schmerzreize waren dabei Hitze und Druck. Beides wirkte auf die Haut der Probanden ein. Die Forscher stellten einen Zusammenhang zwischen dem Koffeinkonsum und der Schmerztoleranz fest. Je mehr Koffein ein Proband konsumiert hatte, um so mehr Schmerzen hielt er aus.

Das Problem dieser Studie liegt aber in ihrem Design, denn es wurden nur 62 Probanden in der Studie untersucht. Das ist sehr wenig. Zu wenig, um wirklich valide Aussagen machen zu können.

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Kaffee regt die Durchblutung auch im Gehirn an

Warum kann Kaffee dennoch gegen Kopfschmerzen helfen? Nun, Kaffee regt den Kreislauf und samit auch die Durchblutung an. Damit wird auch das Hirn besser durchblutet, das sich auch hier die Blutgefäße weiten. Und das kann Kopfschmerzen mildern und zwar vor allem die, die eben durch schlechte Durchblutung des Hirns entstehen. Besonders wirkt das bie Personen, die sonst wenig bis keinen Kaffee trinken. Damit das wirkt sollte ein möglichst starker Kaffee – also mit viel Koffein – schwarz, also ohne Milch und Zucker getrunken werden. Schlechte Durchblutung im Hirn entsteht unter anderem, wenn man zu wenig trinkt.    

Kaffee scheint also eine gewisse Linderung bei Schmerzen zu bringen. Ausreichend klinische Studien fehlen allerdings bisher, sodass hier keine validen Aussagen getroffen, sondern nur erste erforschte Hinweise festgestellt werden können. 

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