Kaffee zum Schleuderpreis ist eine Schande!

Immer wieder bewerben Discounter wie Aldi, Lidl, Penny, Netto & Co unter anderem auch Kaffee. Dieser wird dabei zu sehr niedrigen Preisen angeboten. Dieser Schleuderpreis ist fatal und das will ich Euch einmal vorrechnen. Nehmen wir dazu ein Angebot von Aldi. Gleiches ließe sich bei Lidl, Penny, Netto etc. ebenfalls finden.

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500 Gramm Kaffee für “nur“ 2,99 Euro.

Der Kunde kauft das Pfund Kaffee für 2,99 Euro. Davon gehen 7 Prozent Mehrwertsteuer ab, also 0,20 Euro (gerundet). Aber nicht nur das, auch eine Kaffeesteuer ist zu entrichten, die 2,19 Euro pro Kilogramm beträgt. Das sind bei der 500-Gramm-Packung demnach 1,09 Euro (gerundet). Von den 2,99 Euro gehen also 1,29 Euro (gerundet) nur an Steuern ab. Bei Aldi bleiben also 1,70 Euro (gerundet) an steuerbereinigtem Umsatz hängen.

Für wieviel Aldi den Kaffee einkauft, wird man kaum erfahren. Aber bevor der Kaffee im Laden und dann in Deiner Tasse landet, muss der Kaffee zunächst:

  1. Im Anbauland geerntet werden (Für 500 Gramm Kaffeebohnen werden bis zu drei Kilo Kaffeekirschen benötigt)
  2. Im Anbauland vorverarbeitet werden (Fruchfleisch der Kaffeekirsche von der Bohne entfernen, bohnen trocknen, etc.)
  3. Aus dem Anbauland nach Europa/Deutschland verschifft werden
  4. In Europa/Deutschland geröstet werden
  5. In Europa/Deutschland gemahlen und verpackt werden
  6. In die Filialen transportiert werden

Du ahnst, worauf ich hinaus will. An all diesen Zwischenschritten sind nochmal Firmen, Händler etc. beteiligt, die auch noch etwas an dem Produkt verdienen wollen und auch müssen, um wirtschaftlich überleben zu können.

Besonders pervers: Der Kaffeepreis wird an der Börse festgelegt

Besonders pervers ist, dass der Handelspreis des Kaffees an der Börse im täglichen Handel bestimmt wird. Damit ist er recht instabil. Noch perverser: Kaffee ist nach Rohöl der wichtigste Rohstoff, nicht zuletzt, weil er nach Wasser das meist getrunkene Getränk der Welt ist.

Und wieviel kommt wohl von dem, was ein Pfund Discounter-Kaffee kostet ganz unten bei den Kaffeebauern an? Diese Bauern vor Ort sind die absolut ärmsten Schweinein dieser ganzen Kette. Und 2,99 Euro ist noch nicht das Ende der preislichen Fahnenstange. Schau her:

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Farmer Roaster Partnership

Es geht besser. Viel besser und zwar in mehrfacher Hinsicht. Ich Kaufe meinen Kaffee bei einem lokalen Röster aus Mainz, der Mainzer Kaffeemanufaktur. Die arbeiten nach dem Farmer Roaster Partnership. Das bedeutet, diese Rösterei kauf ihren Kaffee direkt und ohne jeden Zwischenhandel bei den lokalen Kaffeebauern vor Ort ein. Dadurch bekommen die Bauern einen viel besseren Preis. Die Rösterei schreibt dazu auf ihrer Webseite: „Wir zahlen einen Preis, der 35 % über dem Weltmarktniveau liegt.

Ich bezahle im Schnitt 10 bis 11 Euro pro Pfund ungemahlene Kaffeebohnen und für eine besondere Sorte auch mal mehr. Und was habe ich davon, außer „teureren“ Kaffee? nun zunächst einmal unterstütze ich damit einen fairen Handel und dass die Menschen in den Anbaugebieten von ihrer Arbeit leben können. Und außerdem bekomme ich auch einen exzellenten Kaffee, gegen den diese ganze billigst verramschte Industrieware der Discounter bei weitem nicht anstinken kann. Ich bezahle diesen höheren Preis für den Kaffee gerne und kann dafür mit gutem Gewissen eine sehr gute Tasse Kaffee genießen.

Es gibt Menschen, die kaufen sich einen Hightech-Kaffeevollautomaten für 900, 1200 oder mehr Euro. Eine Maschine „mit alle Ferz“ wie man bei mir in Rheinhessen sagt. Aber wenn der Kaffee im Einkauf im Laden dann mehr als 5 Euro kostet, wird genörgelt und geflucht. Guter Kaffee hat auch einen guten Preis und zwar gut für alle, auch den kleinen Kaffeebauern im Anbauland!

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