Kein Kaffee in der Schwangerschaft – Stimmt das?

Es gibt die Aussage, dass Frauen während der Schwangerschaft keinen Kaffee trinken dürfen, denn der Kaffee würde das Kind im Mutterleib schädigen. Um diese Aussage zu beurteilen, muss man zunächst einmal beleuchten, was mit dem Koffein passiert, das eine schwangere Frau trinkt.

Das ungeborene Kind trinkt den Kaffee mit

Quasi alle Nährstoffe, die die Mutter mit ihrer Nahrung aufnimmt, werden über die Palzenta auch an das Kind abgegeben. Unter anderem deshalb beispielsweise rät ein Arzt werdenden Müttern meist, nichts blähendes zu essen Und auf bestimmte Genussmittel zu verzichten. Wenn Du Mutter beispielsweise Alkohol trinkt, dann schenkt sie Sozusagen automatisch auch dem Kind ein Glas Alkohol ein. Und auch das Nikotin einer Zigarette kriegt das Ungeborene ab. Und das gilt eben auch für das Koffein.

Da Koffein ein Aufputschmittel darstellt, dass Kreislauf Und Stoffwechsel anregend wirkt und den Herzschlag erhöht, greift diese Wirkung auch beim Kind im Mutterleib, denn es bekommt das Koffein in der gleichen Dosis, wie die Mutter sie aufnimmt, über die Plazenta auch In den Blutkreislauf übertragen. Und damit wirkt dieses Aufputschmittel eben auch beim Ungeborenen. Das wird dann beispielsweise etwas unruhiger und aktiver, solange das Koffein wirkt.

Das Koffein hat eine weitere Wirkung: Es hemmt die Aufnahme bestimmter Nährstoffe und Vitamine. Dazu gehören Kalzium, Eisen aber auch Vitamin C. Deshalb sind nicht nur Schwangere gut beraten, einen abstand von circa zwei Stunden zwischen Kaffeekonsum und der Nahrungsaufnahme zu lassen. Der Kaffee oder Espresso nach dem Essen ist also eigentlich kontraproduktiv. Das gilt genau so für andere Koffein-haltige Getränke. Zu nennen wären Tee oder Cola. Bei Schwangeren tritt diese hemmende Wirkung eben auch wieder beim ungeborenen Kind im Mutterleib auf.

Also gar keinen Kaffee?

Wenn der Verzicht auf Kaffee leicht fällt, dann wäre das nicht verkehrt. Aber: Auch während der Schwangerschaft muss nicht vollständig auf den Genuss von Kaffee verzichtet werden! Wie immer gilt, die Dosis macht das Gift. Die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) halten eine Dosis von maximal 300 Milligramm pro Tag für unbedenklich. Da eine Tasse im Durchschnitt 100 Milligramm Koffein enthält, wären das drei Tassen am Tag. Aber Achtung: In diese Rechnung müssen dann auch andere Koffein-haltige Lebensmittel einbezogen werden. Beispielsweise Cola (20 Mg pro Glas) oder andere Getränke mit Koffein. Wenn als neben den drei Tassen Kaffee noch ein Liter Cola getrunken wird – über das Zucker-Bombardement der braunen Sprudelplörre reden wir hier liebe nicht – und abends drei Tassen grüner Tee (100 Mg pro Tasse), dann schießt die Koffein-Billanz in die Höhe. Und auch Schokolade schlägt sich hier nieder, denn die hat bis zu 100 Milligramm Koffein pro 100 Gramm.
Tipp: Dort, wo es nur um den Genuss und nicht den „Hallo-Wach-Effekt“ geht, wäre ein guter entkoffeinierter Kaffee eine gute Alternative.

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